Canon EOS R – Grund für den Kauf

Ja wie? Noch eine Kamera? Reicht nicht die Fuji? Und warum eine Canon anstatt eine zweite Fuji?
Ein dreiviertel Jahr seit dem Verkauf meiner 80D habe ich mich gefragt, ob und welche Kamera ich mir kaufen soll. Das Handling, die Menüführung, allgemein das Gefühl mit einer Canon zu arbeiten hat mir Freude bereitet. Das ist bei meiner Fuji auch der Fall, aber die 80D hat sich mehr nach „Arbeitsgerät“ angefühlt. Schlecht zu beschreiben. Vielleicht kennt ihr das…
Im letzten halben Jahr sind so einige neue spiegellose Systemkameras rausgekommen. Fast jeder Hersteller springt jetzt auf diesen Zug auf – spiegellose Vollformatkameras. Im Herbst hatte ich mir in München die XT3 und die EOS R näher angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, wie schlecht die XT3 in der Hand lag. Da war mir klar: Wenn schon – dann eine neue Vollformatkamera. Als „Shooting“-Kamera wäre mir die XT-3 einfach zu klein und der APS-C-Sensor lässt weniger Freistellung zu. Auch qualitativ (wie sie sich anfühlt) kommt sie nicht an die EOS R ran. Im Herbst 2018 war mir der Preis der R aber einfach noch zu hoch, um gleich zuzuschlagen. Also hab ich gewartet und alle Testberichte aus dem Internet mit Interesse gelesen und ausgewertet.

Wo informiere ich mich?
Einerseits mal auf den deutschen Seiten: Digitalkamera.de oder dkamera.de (wenn ich das hier angebe, ist das Werbung oder? – Achtung: Werbung!)
Aber auch andere Seiten wie photographyblog.com oder dpreview.com ermöglichen einen guten Vergleich. (auch hier: Werbung!)

Alle schwärmen von den A7-Kameras von Sony. Gefühlt ALLE YouTuber haben eine Sony-Kamera. Klar ist – die Sonys machen tolle Fotos und gleichzeitig kann der YouTuber mit der Kamera super filmen. Aber JEDER meckert auch über diese Kameras. Vorallem die Zuverlässigkeit soll nicht so hoch sein, wie z.B. bei Nikon oder Canon. Interessant sind natürlich auch die Z6 und die Z7 von Nikon. Der Testbericht von Stephan Wiesner (Achtung: Werbung!) zur Z7 war für seine Verhältnisse überschwänglich gut. Preislich ist für mich nur die Z6 interessant. Die Z7 befindet sich schon in anderen Sphären, da sollte man schon Geld mit Fotografie verdienen – andernfalls wäre das übertrieben (in meinen Augen). Die Eos R hingegen wurde in allen Tests eher schlecht geredet – was aber auch nachvollziehbar ist. Vorallem die YouTuber bemängeln den Video-Modus. Aber der interessiert mich nun mal überhaupt nicht. Ich habe mit noch keiner Kamera Videos gedreht. Das kann sich irgendwann mal ändern, ist aber für mich derzeit kein Kaufkriterium. Ich konnte mich trotzdem nicht mit dem Gedanken anfreunden komplett zu Nikon zu wechseln.

Was ist noch interessant? Die Panasonic Lumix S-Serie hat z.B. die Komplettausstattung. Die Brummer sind für mich aber zu groß und zu schwer. Tja. So ganz konnte ich mich nicht von Canon lösen. Vorallem weil ich noch ein paar EF-Linsen im Schrank stehen habe. Keine teuren Linsen, aber ideale Portrait-Linsen. Bei einem Systemwechsel würde das ebenfalls nochmal teuer werden. Sein Geld muss man für Linsen ausgeben! Das macht den Unterschied. Und bei allen neuen Systemen sind die Linsen einfach nur unverschämt teuer. Gerade auch bei Canon. Widerspricht sich jetzt bisschen – aber ich kann mit dem Canon-Adapter alle meine EF-Linsen an der EOS R weiterverwenden. Und das tolle: Der Fokus sitzt IMMER! Keim Back-Focus-Problem mehr. Perfekt.
Was wäre noch die Alternative? Als die kleinere EOS RP angekündigt wurde, habe ich die Kamera gleich bei Amazon vorbestellt. Toller Preis. Tolle Aussattung. Leider mit dem 6D M2-Sensor (weniger Dynamikumfang).

Mein Fazit nach 1 Testtag: Leider zu klein. Mit dem 24-105 Objektiv leider nicht komfortabel zu bedienen. Das hat mir schon gereicht und mir die Lust auf die Kamera verdorben.

Bei einem großen Planeten-Anbieter gab es in der gleichen Zeit ein Angebot und da hab ich dann endlich zugeschlagen. Das war genau mein Preislimit für die EOS R.

Und was soll ich sagen? Toller Sucher, Toller Display, greift sich gut an. Perfekt. Ich bin zwar zurzeit noch am Einarbeiten, aber je mehr ich mich mit der Kamera beschäftige, desto mehr gefällt sie mir.

Sicher ist sie nicht die beste Kamera auf dem Markt, aber die beste Kamera von Canon derzeit. Und für meine Bedürfnisse genau richtig. Einerseits kann ich mit dem 30 Mega-Pixel-Sensor tolle Landschaftsaufnahmen machen und andererseits wird die Kamera bei Shootings einfach besser arbeiten wie z.B. meine Fuji XT-20. Gerade Stephan Wiesner spricht andauernd von Hauttönen. Und im direkten Vergleich zu Fuji, gefallen mir hier die Fotos von Canon auch sehr viel besser.
Ich warte jetzt noch auf das Firmware-Update im April (Kontinuierlicher Augen-Auto-Fokus) und dann sind die Leute nicht mehr vor mir sicher. 😉
Ich werde berichten.

Anbei der Größenvergleich zwischen der XT-20 und der EOS R:

Erfahrungsbericht zur Fujifilm XT 20

Lange Zeit habe ich mit einer Canon 100D „gearbeitet“. Mein Upgrade war dann die gute (und mittlerweile alte) Canon 80D, welche mir für meine Wanderungen aber irgendwann zu schwer wurde. Meistens habe ich meine Kamera an der Hüfte (in der Cosyspeed-Tasche) dabei und die Canon war mit dem 18-135 IS USM für lange Wanderungen einfach viel zu schwer. Auch das 10-18mm Weitwinkel hat es nicht besser gemacht. Also habe ich mich nach einer leichten und guten Alternative umgesehen. Am Schluss bin ich bei der Fujifilm XT 20 gelandet. Warum Fuji? Ich glaube mir hat vor allem der „Style“ der Kamera gefallen. Und ja, sie sieht einfach verdammt gut aus. In schwarz fällt sie überhaupt nicht auf, was gerade für Streetfotografie ideal ist.

Spürbar war für mich von Anfang an, dass ich anders mit der Kamera arbeite. Anders als zuvor mit den Canon’s. Der Body-Klappdisplay und die Leichtigkeit der Kamera haben sich auch auf meine Bilder ausgewirkt. Klar. Die 80D hat auch ein Klappdisplay, aber damit arbeitet man nochmal anders.

Ich bin ehrlich gesagt kein Fan von den schwenkbaren Displays von Canon(also das nach außen klappbare Display). An der Fuji ist es einfacher, auch mal in der Hocke unauffällig den Display zu klappen.

Auch die Rädchen geben mir das Gefühl, ganz „ursprünglich“ und irgendwie analog zu arbeiten.

Und das Wichtigste ist natürlich die Bildqualität. Hier merkt man tatsächlich einen Unterschied. Der 80D-Sensor war für mich ein gewaltiger Sprung zur alten Technik der 100D. Aber die Fuji war für mich nochmal ein Sprung nach vorn. Einerseits ist klar – Lightroom unterstützt den besonderen Sensor der Fuji nicht so richtig. Aber wenn man am Schärferegler nur sehr vorsichtig hantiert, hat man keine Probleme damit. Mehr Dynamik, die Schärfe des Standardobjektivs reicht zunächst völlig aus und bei höherem ISO habe ich auch in den RAW-Dateien weniger Rauschen. Und das spürt man.

Quelle: http://www.photonstophotos.net/Charts/PDR.htm

Beim Dynamikumfang ist bei ISO 200 (ist bei der XT20 der Basis-ISO-Wert) der Wert sogar gleich zur Vollformatkamera von Canon.

An die Menü-Führung habe ich mich ehrlich gesagt immer noch nicht gewöhnt, da ist Canon einfacher. Aber wenn man mal seine Grundeinstellungen vorgenommen und alle Tasten nach Belieben belegt hat, kommt man gut damit klar.

Bin ich also zufrieden? Klares ja.

Ob ich mir den Nachfolger – die XT 30 – kaufen werde? Nein.
Der 24 Mega-Pixel-Sensor reicht mir aus und in der Landschaftsfotografie ist der schnelle Autofokus der XT-3/XT-30 völlig egal.

Da die Handhabung der Fuji bei Portrait aber leider wirklich unpraktisch ist, werde ich mir dafür noch eine andere Kamera zulegen. Was beim Wandern sehr schön ist (klein, leicht, einfache manuelle Bedienung), ist beim Portrait-Shooting einfach gar nicht mehr praktisch. Ich bin deshalb schon seit Monaten am überlegen, was hier für mich in Frage kommt.

Vor einigen Wochen hatte ich mir mal die Canon 6 D II ausgeliehen. War aber irgendwie nicht glücklich damit. Vielleicht wird es eine Canon R oder eine RP. Vielleicht auch eine Panasonic S1 oder die Nikon Z6. Was bleibt, ist die Frage, in welches System ich zukünftig investieren will. Klar ist für mich, dass ich das Rauschverhalten bei höheren ISO-Werten möglichst gering halten will, weshalb ich mit Vollformat meine Ausrüstung ergänzen möchte. Das Rauschen ist der Faktor, der mich teilweise einfach zu sehr stört. Ich spreche hier nicht von der Landschaftsfotografie. Hier arbeite ich immer mit dem niedrigsten ISO-Wert. Stativ. Und es passt.
Aber bei Innenaufnahmen ist man sofort bei ISO 1600 aufwärts. Gemerkt hatte ich dies bei einer Hochzeit. Da kannst du mit einem kleinen Sensor einfach nicht die beste Qualität liefern. Der Unterschied zum Vollformat ist spürbar und der APSC-Sensor hat auch bei Fuji seine Grenzen.

Fazit:

Für alle Landschaftsfotografen kann ich die XT-20 ohne Einschränkungen empfehlen. Es hat mir noch nie so viel Spaß gemacht mit einer Kamera zu arbeiten.