Erfahrungsbericht Fuji Objektiv XF 23 mm 2.0

Ein kleiner Erfahrungsbericht zu meinem Lieblingsobjektiv an der Fuji XT 20.

Kurz und knapp:

Klein. Leicht. Aus Metall. Vor Spritzwasser und Staub geschützt.

Ein Rad für die Blende. Fuji-Like. Gibt einem das Gefühl von absoluter Kontrolle. Back to Basic.

Technische Daten

Optischer Aufbau
10 Elemente in 6 Gruppen
(inkl. 2 asphärische Linsen)

Brennweite
f=23mm
(äquivalent zu KB: 35mm)

Bildwinkel
63,4°

Größte Blende
F2

Kleinste Blende
F16

Anzahl der Blendenlamellen:
9 (annähernd runde Blendenöffnung)

Blendenstufen:
1/3 EV (19 Stufen)

Fokusbereich
22 cm~∞

Maximaler Abbildungsmaßstab
0,13 x

Maximaler Durchmesser x Länge
Φ 60 x 51,9 mm

Gewicht (ohne Objektivdeckel und Sonnenblende)
180 g

Filterdurchmesser
Φ 43mm

Was fängt man jetzt mit so einer Linse an?


Ich habe wirklich lange überlegt, da meine Standardlinse XF 18-55 zunächst alles an Brennweite abdeckt, was ich im normalen Alltag benötige. Bei 23 mm liegt die Blende aber schon bei f3.2 und ist damit alles andere wie Lichtstark. Die Linse ist zwar an der XT20 noch im guten Gewichtsverhältnis, aber aufgrund des Metallanteils dann doch recht schwer (inkl. Akku und Speicherkarte – 808 g).
Das XF 23 mm Objektiv wiegt zusammen mit der Fuji lediglich 660 g. Großer Unterschied? Nein – aber doch spürbar.
Ich habe ein halbes Jahr mit mir gerungen, ob ich wirklich 450 € für die Linse ausgeben will. Ich wollte sie aber dann doch mal ausprobieren…
Die erste Linse war leider nicht korrekt justiert… Ärgerlich.

Deshalb mein Tipp: Stellt eure Kamera mit dem neuen Objektiv vor euer Bücherregal und schaut euch die RAW-Bilder ganz genau an. Ist es durchgehend scharf? Wie sind die Ecken im Verhältnis zur Bildmitte? Nimmt die Schärfe spürbar und sichtbar ab? Und wie verändert sich die Schärfe, wenn man die Blende schließt?

Links das XF23mm bei 2.0, rechts bei Blende 2.8, Abstand 44 cm zum Testchart, 100%-Ansicht aus Lightroom, Bildmitte
Links das XF23mm bei 4.0, rechts bei Blende 8.0, Abstand 44 cm zum Testchart, 100%-Ansicht aus Lightroom, Bildmitte

Ich fange immer bei der Anfangsblende an und gehe dann auf Blende 2.8, 4 und 8. Bei diesem Objektiv durch den Blendenring natürlich super einfach…
Solltet ihr euch ein gutes und brauchbares 23mm kaufen, müsste die Linse schon bei 2.0 so scharf sein, dass der Unterschied zur Blende 8 nur sehr gering ausfällt. Beim 23mm müsst ihr im Naheinstellbereich ein paar Abstriche machen – hier gibt es erst bei Blende 2.8 wirklich scharfe Bilder. Schaut euch dazu mal das Video von Christopher Frost an.
Ja, die Linse ist bei Blende 2.0 etwas weich in der Zeichnung und es fehlt etwas an Kontrast. Aber im täglichen Einsatz werdet ihr das nur bedingt merken.

Die erste Linse habe ich also zurückgeschickt. Die Tauschlinse aber behalten und sie hat alle meine Anforderungen erfüllt.

Durch den Crop-Faktor meiner XT 20, habe ich einen Bildausschnitt – im Verhältnis zum Kleinbild/Vollformat – wie ein 35mm Objektiv. Die Lichtstärke liegt dann im Verhältnis zum Vollformat bei 2.8. Ein 35 mm 2.8 (am Vollformat) wäre also der direkte Konkurrent zu diesem kleinen Objektiv. Nur gibt es im Vollformat-Bereich keine vergleichbare kleine und so leichte Linse.

Für was verwende ich die Linse nun?

Für fast alles. Außer für Portraits. Du kannst damit super Streetfotografie betreiben. Gerade die XT20 ist in dieser Kombi auffallend unauffällig. Ihr könnt Bilder auf höchstem Niveau abliefern, was man einfach nicht von “außen” erkennt. Die Linse ist so hochauflösend, dass die Schärfe in Kombination mit dem 24 MP-Sensor unglaublich ist.
Deshalb nutze ich die Kamera mit dem 23mm auch für die Landschaftsfotografie. Durch den weiten Winkel ohne Probleme möglich.
Der Bildausschnitt ist noch weit genug, um die Umgebung einzufangen, aber schon eng genug, um auch mit der Blende 2 frei zu stellen. Und damit den Blick auf das Wesentliche zu richten.
Diese Separierung vom Hintergrund ist natürlich nur eingeschränkt möglich, aber durchaus brauchbar. Siehe meine Fotos.

Ich denke es gibt genügend ausführlichere Tests, die euch ganz genau sagen, wie scharf das Objektiv im Verhältnis zu anderen Objektiven ist. Anbei nun ein paar Ergebnisse aus den letzten 1 ½ Jahren. Durch Bilder kann man sich am ehesten vorstellen, was mit dem XF 23 mm 2.0 alles möglich ist. Wenn ihr zuschlagt – viel Spaß, ihr werdet es nicht bereuen.

Fazit:

+ leicht
+ Wetterschutz
+ scharf (Bildmitte bis zum Rand)
+ Kontrast (ab Blende 2.2)
+ Sehr flexibel durch die Brennweite
+ kreatives Arbeiten möglich
+ Blendensterne möglich

– bei Blende 2.0 scharfe Abbildung, aber etwas weichgezeichnet (vorallem im Naheinstellbereich)

Wie gefällt Dir mein erster Erfahrungsbericht? Hast Du selbst schon Erfahrung mit dem XF 23 mm sammeln können?

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